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Shareconomy - warum Unternehmen das CeBIT Leitthema ernst nehmen sollten

Nun ist sie also vorbei, die CeBIT 2013. Mit ihrem Leitthema rückt die CeBIT das Teilen und gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen und Erfahrungen ins Zentrum der Messe und verkündet mit gemeinsam mit namhaften Ausstellern den Anfang vom Ende der klassischen Geschäftsmodelle. Oder doch nicht? Was ist dran am neuen Hype und warum sollte sich auch Ihr Unternehmen meiner Meinung nach mit dem Thema befassen?

These Nummer 1 – die Cloud wird sich durchsetzen

Das Thema „Cloud“ ist gerade in Deutschland gefühlt immer noch ein sehr sensibles Thema. Zum Teil natürlich auch zurecht, denn nicht jeder Endanwender kann mehr kontrollieren, was wo mit seinen Daten passiert und selbst Unternehmen wissen nicht mehr sicher, wo all die Daten gespeichert werden. Hier wird sich auch auf Sicht die Spreu vom Weizen trennen und seriöse Anbieter überleben.
Dennoch: die Cloud hat als das typische erfolgreiche Shareconomy-Geschäftsmodell viele Vorteile. Rechenzentren können gemeinsam genutzt werden, Applikationen, die im Software as a Service (SaaS) Modell vertrieben werden, müssen nicht mehr gekauft und installiert werden, sondern werden einfach gemietet. Das spart Kosten und Ressourcen, fördert neue Innovationen im Mittelstand und wird daher weiter erfolgreich sein. Auch unser Technologiepartner Oracle bietet gerade für kleine und mittelständische Unternehmen bereits seit einiger Zeit Datenbanken und Middleware in der Oracle Cloud an (http://cloud.oracle.com ), die man übrigens auch 30 Tage kostenlos testen kann. Wir selbst betreiben unsere SaaS Anwendung Social PM in der Amazon Cloud bereits seit 2 Jahren erfolgreich ohne ein eigenes teures Rechenzentrum, das wir uns für all unsere Kunden gerade in der Anfangsphase nie hätten leisten können, und haben je nach Bedarf die Möglichkeit fast unendlich skalieren zu können.

These Nummer 2 – Entscheidungsprozesse und Zusammenarbeit verändern sich nachhaltig

Es mag einem gefallen oder auch nicht. Der Siegeszug von Facebook, Twitter und Google+ im Privaten haben unweigerliche Konsequenzen auch für das Kommunikationsverhalten und den Informationsaustausch in der Arbeitswelt. Unternehmen können es sich bei immer kürzer werdenden Innovationszyklen nicht mehr leisten Ideen, Wissen aber auch Probleme kompliziert und langwierig per E-Mail auszutauschen. Wer erfolgreich bleiben will sollte kollaborative Softwarelösungen nutzen und das Vernetzen der Mitarbeiter aktiv fördern. Dabei gehen die Möglichkeiten heute weit über die Nutzung von Wikis und Blogs hinaus und Enterprise Social Networks auch über Unternehmensgrenzen hinweg etablieren sich immer mehr. Für den Erfolg ändert sich auch die Rolle des Managements und die Art und Weise, wie Entscheidungen zu Stande kommen. Denn Digital Natives haben ganz andere Ansprüche an zukünftige Arbeitgeber und deren Verständnis von Führung, Hierarchien und Kommunikation. In Summe müssen Mitarbeiter und Manager umdenken und bereit sein, Wissen, Kontakte und Ressourcen untereinander zu teilen, um weiter erfolgreich zu sein.

These Nummer 3 – Organisationen, die sich der Shareconomy nicht öffnen und ihre Geschäftsmodelle anpassen, werden nicht überleben

Können wir sicher sein, dass selbst Big Player wie Daimler, SAP oder Apple mit ihren Geschäftsmodellen zukünftig noch genauso erfolgreich sein werden, wie sie es heute sind? Ich glaube Nein! Der gesellschaftliche Wandel und die neuen technischem Möglichkeiten setzen auch die etablierten Unternehmen unter Druck. Wer hätte gedacht, dass erfolgsversprechende Geschäftsmodelle durch „Teilen“ anstatt „Kaufen“ die Großen wirklich bedrohen? Nicht jeder muss heute mehr ein Auto kaufen, um mobil zu sein. Innovative Car-Sharing Konzepte, die vor allem durch mobile Apps auf den Smartphones den Durchbruch geschafft haben, sind eine echte Alternative zum eigenen Auto – und die Bereitschaft der Konsumenten dies auch zu nutzen wächst! Apple mit seinen geschlossenen Systemen (obwohl wir Apple Fans sind!) wird immer mehr Probleme mit der offenen Android Plattform bekommen, gestreamte Musik aus dem Netz (z.B. Spotify) ersetzt die gekaufte Musikbibliothek auf dem iPod wo immer wir ins Internet können und nicht vorhandene Schnittstellen für die Apple Systeme verhindern die Vernetzung mit anderen Geräten und damit das Teilen von Informationen. Gleiches gilt aber auch für die großen Softwarehersteller wie SAP. Bereits seit einiger Zeit investieren sie Milliardensummen in Cloud Dienste wie SucessFactors, um den Anschluss nicht völlig zu verpassen. Welches Unternehmen wird auf langfristig noch Millionensummen in teure ERP Systeme investieren, wenn man auch kleine vernetzte Lösungen wie z.B. salesforce.com für sehr viel weniger Geld bekommt und diese Lösungen ganz andere Konzepte zur Einbindung von Partnern, Lieferanten und Kunden anbieten? Viele Unternehmen haben aus meiner Sicht noch nicht erkannt, dass sich damit auch die Prozesse in den Unternehmen nachhaltig ändern werden und das Netz der Ort wird, in dem Geschäfte gemacht werden und in dem Teams organisationsübergreifend zusammenarbeiten – entsprechende Sicherheitsmaßnahmen natürlich vorausgesetzt, damit der Abfluss von Unternehmensinformationen vermieden werden kann. Die Grenzen zwischen den Organisationen werden in der Folge immer durchlässiger, denn nur so ist es möglich, dass die vorhandenden Ressourcen gemeinsam effizienter genutzt werden können. Auch Oracle folgt diesem Trend und bietet mit dem Oracle Social Network ein Enterprise Social Network an, das sich in die Standardsoftwareprodukte der Fusion Applications integriert und alle Beteiligten miteinander vernetzt – übrigens sind die Oracle Fusion Applications alle auch für die Cloud ausgelegt und z.T. schon als SaaS verfügbar.

Fazit

Wir befinden uns in einer äußerst spannenden Phase, in der sich die gesamte Arbeitswelt durch die Möglichkeiten der Informationstechnologie verändern wird. Die Vernetzung, zunehmende Mobilität sowie der private Einsatz von Social Media wirken sich auch zunehmend auf die Unternehmen aus und Prozesse, wie sie heute am Arbeitsplatz gelebt werden, werden diesen Wandel nicht überleben. Wer zukünftig erfolgreich bleiben will, sollte sich ernsthaft mit der Shareconomy beschäftigen und auch kritisch seine Geschäftsmodelle hinterfragen. Auch wenn der Begriff selbst sicherlich ein hohes Hype-Potential hat, die Grundgedanken dahinter werden uns alle noch beschäftigen, da bin ich mir sicher – denn die Zukunft ist mit Sicherheit vernetzt!

Robert Szilinski

Die Bausteine des “Social Business”

War bis vor kurzem der Einsatz von “Web 2.0″- Technologien in Unternehmen noch durch den Begriff “Enterprise 2.0″ geprägt, sieht man sich in letzter Zeit vermehrt mit dem Ausdruck Social Business konfrontiert. Doch was genau steckt hinter dem neuen “Buzzword”, oder ist es am Ende doch viel mehr als nur ein weiterer Begriff für die Nutzung sozialer Medien in Unternehmen?

Um diese Frage zu klären, sollten im ersten Schritt die Einzelbausteine des "Social Business" analysiert werden. Aus meiner Sicht sind hierbei vier Komponenten von Relevanz:

1.) Die interne Kommunikation im Unternehmen
2.) Die Analyse des "Social Customer
3.) Nutzung externer sozialer Netzwerke zur Kundenkommunikation
4.) Social Media Marketing und Monitoring

Die Revolution der internen Unternehmenskommunikation

Konzentrierte man sich beim "Enterprise 2.0" in erster Linie auf die interne Kollaboration, steht beim Social Business die Verbindung externer und interner sozialer Netzwerke im Fokus. Diese Entwicklung wird unterstützt durch neue Applikationen, die es Unternehmen ermöglichen auch in der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Partnern auf eigene "Social Networks" zu setzen.  Diese sind in Fragen der Bedienung und dem Aufbau an die bekannten Plattformen wir XING, Linked In und Facebook angelehnt, haben aber einen elementaren Unterschied vorzuweisen: Sie sind privat und nur für die eigenen Mitarbeiter und ausgewählte Kunden und Partner zugänglich. Mittlerweile ist der Begriff "Activity Stream" zu einem Synonym für eine neue Art des Informationsaustausches geworden und es gibt immer mehr Werkzeuge, die den Gedanken vom Social Networking für die interne Kommunikation nutzen.

Hierbei seien nur Social PM oder das Oracle Social Network als Beispiele genannt.

Die Analyse des Social Customer

Social Media Marketing ist bereits ein fester Bestandteil des Marketing-Baukastens der großen Konzerne geworden und kommt mittlerweile auch immer mehr im Mittelstand an. Doch was helfen die besten Social-Media Kampagnen, wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, die zusätzlichen Daten in sinnvoller Weise und nachhaltig zu nutzen? Deshalb werden beim Social Business klassische Kundendaten um die zusätzlich gewonnenen Informationen aus sozialen Netzwerken angereichert. Hierzu gibt es Lösungen, wie die Social Media Bridge, die neben einer Analyse der Tweets und Posts vor allem dafür sorgen, dass die Nachrichten der Benutzer in den richtigen Geschäftsprozessen landen und darüber hinaus auch bestehende CRM-Stammdaten und Kontaktdaten um die neuen Nachrichten und Informationen der Kunden aus den Social Networks anreichern. Durch diese Integration lernen Unternehmen mehr über Kunden, als es jede Marktforschung liefern kann. Dabei geht es nicht darum, nur Daten anzuhäufen. Bei der richtigen Verwendung entsteht echter Mehrwert für den Kunden, oder würde Sie sich nicht auch freuen, wenn Ihnen jemand im Hotel bereits den Lieblingsdrink bereitstellt, weil sie als Kunde über Twitter ihre Ankunft angekündigt haben? Gut, ich gebe zu, dieses Beispiel habe ich bei Salesforce.com ausgeliehen, aber es zeigt mehr als deutlich, welches Potential im Kundenservice mit Social Business gehoben werden kann.

Die Nutzung von Facebook und Twitter als Kommunikationskanal mit den Kunden

Dass sich öffentliche soziale Netzwerke für die interne Kommunikation nur bedingt eigenen, ist kein Geheimnis. Dagegen spielen Google+ und seine Pendants  beim echten Social Business ihre Stäken bei der direkten Kommunikation mit dem Kunden aus. Das fast schon legendäre "Telekom hilft" bei Twitter ist nur ein Beispiel, wie moderner Kundenservice aussehen kann. Durch die Zunahme der Nutzung sozialer Netzwerke durch Verbraucher aber auch Geschäftskunden kann eine ganz neue Art der Beziehung und Kundenbindung erzeugt werden. Hierzu werden aber Tools benötigt, die sowohl CRM- als auch Service-Anwendungen integrieren und somit durchgängige Geschäftsprozesse möglich machen. Zusätzlich müssen sogenannte "Social Media" -Newsrooms für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen, in denen alle Informationen und Nachrichten,  die im Web 2.0 über das Unternehmen bereitgestellt werden auch zurück zu den eigenen Mitarbeitern gelangen. Denn auch das gesamte Unternehmen muss wissen, was im Web 2.0 über die eigene Firma geschrieben steht und diskutiert wird.

Social Media Monitoring und Marketing

Wurde bisher der Bereich Social Media Marketing als Insel des Marketings und der Vertriebsabteilung gesehen, setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass soziale Medien alle Geschäftsbereiche betreffen. Dies hat zur Folge, dass Social Media Marketing erst als letzter Schritt der Social Business - Kette zu sehen ist. Denn erst wenn eine transparente Kommunikation im Unternehmen geschaffen wurde und die Integration des Web 2.0 in die Kommunikationsprozesse abgeschlossen ist, kann ein nachhaltiges Social Media Marketing gestartet werden. Darin beinhaltet ist auch ein Social Media Monitoring, welches die Multiplikatoren unter den eigenen Kunden ermittelt und Trends und Tendenzen anzeigt. Doch auch das Monitoring ist keine Einbahnstraße, denn aus den gewonnen Daten müssen innerhalb kurzer Zeit Reaktionen abgeleitet werden. Gerade die Nutzer von sozialen Kanälen erwarten Unternehmen, die aktiv kommunizieren und setzen eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit voraus. Aus diesem Grund muss ein Social Business die Möglichkeit haben, direkt auf Ergebnisse des Monitoring reagieren zu können.

Der Kreis schließt sich…

Am Ende schließt sich der Kreis, denn ein vollständiges Social Business verbindet interne und externe soziale Netzwerke, nutzt dabei die gewonnen Daten der Kunden aus sozialen Netzwerken und reagiert direkt auf die Analysen im Rahmen des Social Media Monitoring. Diese Philosophie geht über bisherige Enterprise 2.0- Lösungen weit hinaus.

Mehr zu Social Business und einer modernen Art der Zusammenarbeit gibt es auch live auf der DOAG Konferenz und Ausstellung in Nürnberg am Stand von esentri. Außerdem berichten wir in unserem Social PM Blog, wie ein internes soziales Netzwerk in der Zusammenarbeit von Teams sofort mehr Produktivität generieren kann!

Michael Krebs

Enterprise Social Networking: warum kein Unternehmen daran vorbeikommt

Kaum ein Begriff wird dieser Tage so umfangreich in die Medien getragen wie “Social”. Von heute auf morgen scheint sich die ganze Welt verändert zu haben und Unternehmen bieten auf einmal alle Social Software an. Natürlich springen viele Firmen primär auf den Marketingzug auf, obwohl ihre Produkte alles andere als reif für die neue Welt sind - denn wer nicht Social ist, hat den Anschluss offensichtlich verpasst. Wir sehen das ähnlich - nur sind wir vom Konzept der Social Networks nicht nur überzeugt, sondern leben es bereits seit einiger Zeit mit unserem eigenen Enterprise Social Network. Wir denken, es ist daher an der Zeit mal hinter die Kulissen zu schauen und weg vom reinen Buzzword Marketing zu gehen. Denn wer immer noch glaubt, dass Social nur ein Marketing Hype ist, der sollte sich für die Zukunft schon mal warm anziehen…

Unserer Meinung nach sind "Social"-Themen inzwischen im Mainstream angekommen und werden zurecht heiß diskutiert. Was vor einigen Jahren als  "think outside the box" Konzept begonnen hat, wird nun häufig bereits im Alltag gelebt. Selbst große Konzerne wie BASF stemmen inzwischen Social-Großprojekte wie BASF CONNECT. Ein eigenes soziales Netzwerk im Unternehmen aufzubauen ist also nicht mehr nur für die sog. Early Adopter interessant, für deren Visionen vom Enterprise 2.0 sie vor einiger Zeit noch belächelt wurden. Nein - es wird vielmehr bereits von einer zunehmenden Anzahl innovativer Firmenchefs als zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur gesehen und als wichtiger Faktor für die Zukunft in Richtung vernetztes Unternehmen.

Enterprise Social Networking als Management Paradigma

Doch warum ist eine Transformation eigentlich notwendig? Lässt man mal die letzten Jahrzehnte der IT-Entwicklung Revue passieren, so ist auffällig, dass sich im Wesentlichen drei Typen von Anwendungen entwickelt haben, die man heute als Enteprise 1.0 Software bezeichnen würde:

1. Transaktionale Anwendungen: datengetriebene Applikationen, deren Aufgabe es ist die Geschäftsprozesse und Transaktionen abzubilden

2. Produktitivätssoftware: hauptsächlich dokumentenbasierte Tools, mit denen Arbeitsergebnisse festgehalten werden

3. Kommunikationssoftware: gekennzeichnet durch überlaufende Postfächer und Millionen E-Mails, die kategorisiert und abgelegt werden

Alle Produkte, die sich in diese Kategorien einordnen lassen, erfüll(t)en ihren Zweck im Unternehmen und werden dies wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren noch tun. Dennoch haben alle zusammen einen zentralen Mangel, der sich in der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegdiskutieren lässt - sie haben einfach keine "Social" Elemente und ermöglichen kein vernetztes Zusammenarbeiten im Unternehmen. Gerade dieses "Enterprise Social Networking" ist aber als neues Management Paradigma der zentrale Erfolgsfaktor für Firmen mit Knowledge-Workern und Digital Natives, die das als Selbstverständlichkeit voraussetzen.

Was privat bei Facebook & Co. hervorragend funktioniert, möchten anspruchsvolle Mitarbeiter auch heute schon im Unternehmen einsetzen. Starre Hierarchien, Unbeweglichkeit und Top-Down Ansätze widersprechen dem Wunsch nach effektiver Zusammenarbeit, Teilhabe und Mitwirkung. Gleichzeitig bringt die Vernetzung aber auch Vorteile beim Erreichen der Geschäftsziele. Na dann los - oder ist es doch nicht so einfach?

Viele Enterprise 2.0 Projekte scheitern schon im Ansatz

Ganz so einfach ist es dann wohl nicht. Viele Firmen haben in den letzten Jahren mit Plattformen zur Verbesserung der Zusammenarbeit experimentiert und sind am Ende häufig gescheitert. Manche Experten gehen davon aus, dass 90% dieser Projekte innerhalb der ersten 3-6 Monate scheitern. Doch warum ist das so? Unserer Meinung nach wird unterschätzt welcher Wandel durch ein Enterprise Social Network überhaupt erzeugt wird und viele Firmen sind mit der gelebten Firmenkultur vielleicht noch nicht soweit. Im Umkehrschluss heißt das, dass sich zunächst auch die Firmenkultur ändern muss, bevor die liebgewonnnenen Gewohnheiten sich ändern können. Wir alle sind erst einmal skeptisch, wenn sich etwas ändern soll, bevor wir den hohen Nutzen erkennen und akzeptieren.

Die Änderungen durch Social Networks sind enorm: bisher eingesetzte Software ist vor allem klar strukturierte Vorgänge ausgelegt und zeichnet sich durch oft sehr lineare Prozesse aus. Enterprise Social Networks hingegen stellen die Menschen ins Zentrum der Aktivitäten und vereinfachen so die Zusammenarbeit beim Lösen von Problemen, der Konsensbildung oder einfachem Brainstorming und Ideenfindung. Diese "Prozesse" lassen sich nicht programmieren. Sie haben einen hohen Interaktivitätsfaktor und stellen den Nukleus einer funktionierenden Organisation im 21. Jahrhundert dar. Nur wer beweglich bleibt, den Wissensaustausch untereinander fördert und dadurch Innovationen hervorbringt ist im harten Wettbewerb unserer Dienstleistungsgesellschaft noch überlebensfähig.

Enterprise Social Networking - Aktion statt Reaktion

Richtig angegangen bieten Enterprise Social Networks ein enormes Potential für Unternehmen. Ein wichtiger Teil des positiven Wandels wird dabei von den Menschen selbst erzeugt, indem sie nach und nach ihre Gewohnheiten umstellen. Anstatt nur noch auf bestehende Sachverhalte zu reagieren, eröffnen sich neue Möglichkeiten sich selbst einzubringen und mehr zu agieren als zu reagieren. Diese Hürde muss genommen werden und auch vom Management aktiv gefördert werden, damit funktionierende Enterprise Social Networks zu dem mitentscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen werden. Wie immer muss dabei eine kritische Masse erreicht werden, damit das ganze funktioniert. Bringen zu wenige Mitarbeiter zu wenig Inhalt ein, scheitert das Konzept bevor es angefangen hat. Hat man jedoch die kritische Masse erreicht, wird man sich sicherlich schnell fragen, warum man die Transformation in Richtung Enterprise 2.0 nicht schon früher gemacht hat.

Robert Szilinski

Social Media in der Unternehmenskommunikation - Aktuelle Studienergebnisse

Über die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft gibt es aktuell einiges zu Lesen, aber keine Sorge, ich bin weder die Financial Times, noch das Handelsblatt und möchte mich auch nicht mit den Wirtschaftsweisen auf eine Stufe stellen. Allerdings gab es im DIRK Stimmungsbarometer eine Sonderumfrage zum Thema der Rolle und Bedeutung von Social Media in der Unternehmenskommunikation und die Ergebnisse sind an manchen Stellen überraschend!

Enterprise 2.0 und Social Media in verschiedenen Branchen

Ohne jetzt auf alle Details der DIRK Studie eingehen zu wollen ist es durchaus Interessant, dass vor allem klassische Sektoren wie die Finanz- und Transportbranche immer wieder im Rahmen der Social Media-Strategie und dem Einsatz sozialer Medien in Unternehmen genannt werden. Im ersten Moment würde man diesen, doch eher als konservativ einzustufenden Unternehmen eher weniger Engagement im Social Media und Enterprise Social Networking zutrauen. Auch wir durften aber hier ganz andere Erfahrungen sammeln. Vor kurzem waren wir mit dem Thema Collaboration und Enterprise 2.0 auch auf einem Fachforum im Finanzumfeld  vertreten und befürchteten schon, dass wir mit unseren doch recht visionären Ansichten nicht punkten könnten und stattdessen mit Wurfgeschossen in Form von Obst und Gemüse aus dem Buffet zu rechnen hätten. Aber weit gefehlt! Von Konservatismus keine Spur, ganz im Gegenteil haben vor allem die Unternehmen im Finanzumfeld die Chancen der Web 2.0 Kanäle erkannt und wollen diese auch konsequent nutzen. In Kombination mit den Ergebnissen der Studie kann nur festgehalten werden, dass unser Bild der der zurückhaltenden Nutzung sozialer Medien in diesen "klassischen" Branchen nicht den Tatsachen entspricht und die Aufgeschlossenheit gegenüber Enterprise Social Networking und Social Media riesig ist!

Social Media Strategie

Ein weiterer spannender Punkt: Fast jedes dritte Unternehmen hat eine Social Media Strategie! Vor allem die DAX Konzerne in Deutschland nutzen Social Media intensiv. Wie weit diese Unternehmen allerdings beim Einsatz von neuen Kommunikationsmitteln innerhalb des Unternehmens fortgeschritten sind, verschweigt uns die Studie. Auch bleibt die Frage offen, welche Tools zum Einsatz kommen und wie die Pflege von Content und der Rückfluss der Informationen ins Unternehmen gestaltet ist. Hier fehlen trotz der hohen Sichtbarkeit des Themas Enterprise Social Networking und Social Intranets noch wirklich aussagekräftige Zahlen aus dem deutschsprachigen Raum.

Social Intranets und Enterprise Social Networks

Zufällig durfte ich heute auch Teilnehmer eines WebCasts sein, in dem Herr Frank Schönefeld, COO von T-Systems Multimedia über den Ausbau von Intranets in Unternehmen hin zu Social Intranets berichtete. Ein sehr spannender Vortrag, doch auch hier wurde ein entscheidender Punkt nur unzureichend beantwortet: Trotz toller Möglichkeiten beim Einsatz sozialer Techniken im Unternehmen bis hin zum Crowdsourcing bei der Produktentwicklung, werden die ganzheitliche Vernetzung der internen und externen Kanäle heute nur rudimentär betrachtet. Wobei ich auch wieder auf die DIRK-Studie zurück kommen möchte: Hier wurde auch die Frage beantwortet, wer im Unternehmen für die Social Media Strategie verantwortlich ist. Klar erscheinen hier Bereiche wie Marketing, HR und Vorstand. Aber die IT fehlt!

(Interne) Social Media Nutzung: Die IT-Abteilungen bleiben bei der Strategie wieder außen vor!

Wie so oft sind die Fachabteilungen, vor allem Marketing und Vertrieb mit den Anforderungen wieder schneller, als die IT-Abteilung handeln kann. Es gilt neue Kundensegmente zu erschließen, über Prozesse und Integration kann man ja auch noch später nachdenken. Das höchste der Gefühle ist es, wenn die Daten auch noch ins Social CRM wandern und wir an anderer Stelle mit einer Social Collaboration Plattform intern kommunizieren können! Wie oft haben wir genau diese Situation schon erlebt, es war ähnlich bei den ersten Web-Shops oder vielen anderen Trends, die oft autonom und ohne langfristige strategische Planung eingeführt wurden.

Wenige Jahre später…

Sind erstmal interne Collaboration Plattformen und Social CRM Systeme im Unternehmen etabliert, merkt man schnell, dass es mit der Integration nicht so weit her ist. Auch Frank Schönefeld sprach in seinem heutigen Vortrag von Point-to-Point Verbindungen. Erst viel später merken die Unternehmen, dass die schönen neuen Systeme nicht so wirklich mit den restlichen Prozessen und Legacy Systemen harmonieren.  Was folgt sind große Integrationsprojekte, bei denen in mühsamer Kleinarbeit bestehende Applikationen und Einzelschnittstellen wieder in den Gesamtkontext gerückt werden.

Theorie und Praxis in der Enterprise 2.0

Rund zwei Drittel aller Aufwände bei der Einführung von internen sozialen Netzwerken und Plattformen werden benötigt, um Mitarbeiter zu schulen und eine Veränderung in der Kommunikationsstruktur der Unternehmen herbeizuführen. Natürlich muss zur Einführung interner Enterprise Social Networks eine Anpassung der Organisation und Kommunikationsstrategie stattfinden. Auch klare Guidelines und der Aufbau einer definierten Governance sind unumgänglich. Aber auf der anderen Seite wird der unternehmenspolitische Aspekt aus meiner Sicht auch überbewertet. Klar, je nach Altersstruktur und Organisationsaufbau gilt es kleine und größere Hürden zu überwinden, aber die Zeit bringt hier einen automatischen Wandel, die Mitarbeiter werden jünger und die Generation der Digital Natives gewinnt die Überhand in der Arbeitswelt. Für XING und Facebook hat mir auch keiner ein Handbuch gegeben, ich habe angefangen, habe Fehler gemacht und mittlerweile kenne ich die Regeln, mit denen ich agieren muss. Wir sind der festen Überzeugung, dass man beim Übergang zum Enterprise 2.0 zwar als Unternehmen unterstützen muss und den Mitarbeitern die Regeln vorzugeben hat. Aber weniger kann hier mehr sein! Zu viel Theorie und umfangreiche Regelwerke schrecken eher ab als zu motivieren. Deshalb: Just do it, der Erfolg wird sich früher oder später von ganz allein einstellen!

Michael Krebs
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