Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

VUCA, rund um 1987 im United States Army War College ersonnen und spätestens seit den Nullerjahren in wirklich jeder schriftlichen Handreichung zu Strategie, Leadership und Sterndeutung eine nur allzu zuverlässige Begleiterin, kommt in die Jahre. Jamais Cascio, vom „Foreign Policy„-Magazin zu einem der Top 100 Global Thinkers gekürt, umschreibt unsere Gegenwart und Zukunft mit BANI. Was zum Geier … und was genau hat das mit Geschäftsmodellen zu tun?

Es reicht. Und es reicht nicht mehr.

Ihr tragfähiges aktuelles und künftiges Geschäftsmodell samt verständlichem und doch inspirierenden Kundennutzen ist der Schlüssel für den mindestens mittelfristigen Erfolg Ihrer Organisation. Ob Startup, Scaleup, Non-Profit oder mittelständisches Unternehmen in Familienhand. Genau das in einer ungewissen und komplexen Umgebung zu konzipieren und umzusetzen ist ein täglicher Tanz. Auf dem Vulkan. Einem sehr aktiven Vulkan. Was nützt? Ihr Geschäftsmodell nicht nur endlich in Übersicht und Detail zu verstehen, sondern regelmäßig zu validieren, es auf die Rüttelstrecke stellen und eher früher als später zu transformieren.

Allem Ende wohnt ein Zauber inne.

BANI also. BANI steht für brittle (brüchig und spröde), anxious (besorgt und ängstlich), non-linear (nicht linear) und incomprehensible (unbegreiflich und unverständlich). Wir brauchen eine gemeinsame Sprache für das, was vor uns liegt: Das ist nicht nur volatil. Nicht nur unsicher. Nicht nur komplex. Nicht nur mehrdeutig. Das ist chaotisch, unvorhersehbar, unzusammenhängend, unverständlich. Wir haben die größte Transformation seit der dritten industriellen Revolution in den Siebzigerjahren vor der Nase, samt einem gigantischen Paradigmenwechsel, der Turbulenzen, aber auch Chancen aufwirbelt. In dieser Transformation ‚auf Sicht‘ zu fahren ist nachvollziehbar.

Was nun? Lassen Sie uns die veränderten Spielregeln für uns nutzen! Lassen Sie uns mit Fragen beschäftigen, bevor wir allzu einfache Antworten konstruieren. Fragen nach bislang unbekannten künftigen Ereignissen, die empfindlich einschlagen werden. Fragen nach weiteren schwarzen Schwänen, deren Auswirkung wir nicht einmal erahnen können. Fragen nach neuen Wettbewerbern, die Sie noch nicht mal identifiziert haben. Fragen nach weiteren Produkten und Services, die bereits jetzt ganze Industrien transformieren und das weiterhin tun werden. Antworten, die sich lediglich auf functions and features Ihres Portfolios beschränken, garantieren Ihnen keinen Erfolg. Bestenfalls ein schnelles Ende.

Fun follows Function.

Seit wir von den Bäumen herabgestiegen sind, haben neue Generationen frisches Denken ins Spiel gebracht. Man sagt: Die Generationen Z und Alpha sind anders. Man sagt: Sie werden die Spielregeln ändern. Und die Spielfelder. Unsere Spielanleitungen der alten Welt werden nicht mehr funktionieren. Das ‚immer mehr vom immer Gleichen‘ mit seiner Fixierung auf Deckungsbeitrag und Wachstum um jeden Preis nicht. Und die unaufrichtigen, von mittel intelligenten Rechenoperationen gesteuerten halbherzigen Interaktionen mit Kundinnen und Kunden genauso wenig. Und die von einem Virus leise und gründlich überholte Idee von just-in-time-Logistik rund um Mutter Erde schon gar nicht.

Geschäftsmodelle für Generationen

Die Generationen Z und Alpha erwarten mehr von Ihnen. Und von einer Ausrichtung Ihrer künftigen Geschäftsmodelle, die mehr leisten können und mehr leisten müssen: Echte Beiträge zur Lösung der Themen, die vor uns auf dem Tisch liegen. ‚Eingebaut‘ in Ihre Produkte und Dienstleistungen. Aufmerksamkeit und Kapital wird bereits jetzt umgelenkt zu denen, die das verstanden und umgesetzt haben: Tomorrow Bank, Kleiderly, Cupra, Impossible Foods und On sind perfekte Beispiele dafür. Und dafür, dass das Miteinander gleichzeitig Spaß machen und Sinn stiften darf.

Dafür braucht es das Denken in Geschäftsmodellen abseits von Funktionalität und Preis-Leistung. Das konsequente vom-Kunden-aus-Denken. Wir finden gemeinsam mit Ihnen Antworten.

Reinhard Ematinger
Principal Consultant Digital Innovation

„Über mögliche künftige Geschäftsmodelle nachzudenken, ist für Organisationen aller Industrien, aller Größen und jeden Alters eine Frage des Überlebens. Produkte können und werden kopiert werden. Geschäftsmodelle sind deutlich schwieriger zu kopieren. Sich selbst zu fragen „Denken wir vom Kunden oder von unserem eigenen Angebot aus?“ sichert die eigene Relevanz.“